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Anna Baar

Nil

März 2021, 
Wallstein Verlag, 
148 Seiten, 
ISBN 978-3-8353-3947-7, 
20,60 €

„Ein kleiner, verspielt hintersinniger Roman über die Kraft wie die Untiefen guter Geschichten, mal traurig, mal fröhlich, nachdenklich oder sentimental, aber immer unvorhersehbar. Die Ich-Erzählerin des Romans, Autorin von Fortsetzungsgeschichten, bekommt vom Chefredakteur den Auftrag, das Ganze bald einmal zu beenden, und sei es, indem sich das zentrale Liebespaar „ein Herz nimmt und von der Klippe springt“. Anna Baar vertraut auf die Kraft des Erzählens, so sehr, dass sie ihr fast selbst schon unheimlich wird. Da gibt es die Erzählerin als kleines Mädchen, deren Vater Direktor eines Zoos ist, aus dem ein Krokodil verschwindet. Es gibt eine Frau, die in einem Lokal einem fremden Mann aus ihrem Leben diktiert, zum Aufschreiben. Dieser Mann, Sobek mit Namen, ist dann auch schon bald wieder Geschichte, im doppelten Sinne. Als Leser weiß man manchmal nicht, was man noch glauben darf, und eben darum geht es. Schreiben schafft Leben, kann aber auch den Tod bedeuten. Das geliebte, wohlig unheimliche Krokodil wird schließlich ausgestopft und verkauft, als der Vater den Zoo aufgeben muss. Dieser schmale Roman ist eine literarische Selbstbefragung und eine poetische Umkreisung der Macht des Erzählens, geschrieben von einer Autorin, die immer stilsicher ist und feinfühlig in der Wahl ihrer Worte. Manche schönen Sätze bleiben auch noch im Kopf, wenn man das Buch schon ausgelesen hat.“

Anna Baar
autorin Baar Anna
© Johannes Puch

Geboren 1973 in Zagreb, Kindheit und Jugend in Wien, Klagenfurt und auf der dalmatinischen Insel Brač. Ihr Debütroman „Die Farbe des Granatapfels“ stand drei Monate auf Platz 1 der ORF-Bestenliste. Für die Arbeit an „Als ob sie träumend gingen“ erhielt sie den Theodor- Körner-Preis. 2020 wurde sie mit dem Humbert-Fink-Literaturpreis der Stadt Klagenfurt ausgezeichnet. Anna Baar lebt in Klagenfurt und Wien.