„Im Mittelpunkt dieser neun Erzählungen stehen Mädchen und Frauen, Beobachterinnen und Gescheiterte, es geht um Nähe und Liebe, um überraschende Begegnungen und unüberwindliche Fremdheit. An den antiken Musen des Apollon orientiert sich die Autorin in ihren Geschichten über diese neun ungewöhnlichen Frauen von heute. Von Tháleia, der Muse der Komödie bis zu der der Tragödie, Melpomene, führt uns ein Erzählfaden, der am Ende nicht aufgewickelt wird. Es gibt keine Erklärungen für verstörende oder bizarre Vorkommnisse. Daniela Chana stellt seltsame Frauen und Fantasien, neun Musen-Assoziationen ins Zentrum ihrer weiblichen Erkundungsprosa und setzt dabei klug und literarisch gekonnt auf fantastische Begegnungen und überraschende Wendungen mitten in der modernen Realität. Das Märchenmotiv der Doppelgängerin wird variiert, die Kraft der Träume ist wichtig und nicht zuletzt tritt eine weise alte Frau auf. Dass man Schriftstellern nicht trauen darf, sondern selbst Erfahrungen machen muss, das lernt allerdings die junge Dorfbewohnerin in der Erzählung, die der Muse der Dichtung und Philosophie (Kalliope) zugeschrieben ist: „Es geht immer irgendwie weiter, aber es ist dann oft keine Geschichte mehr“.“
