„Eindrücklich und berührend erzählt Sophie Reyers Roman „Mutter brennt“ von Luise, die sich mit ihren beiden Kindern durchzubringen versucht, von der Großmutter und deren Selbstmord durch Alkohol und Tabletten, von der magersüchtigen Ina, die den Verstand verliert, und von Clemens, der mit der toten Großmutter spricht. Alle sind sie Versehrte und Beschädigte, erfahren Demütigung und Gewalt und brennen vor Schmerz, Verzweiflung, Angst, Wut, Einsamkeit und Sehnsucht. Kriegs-Erinnerungen, märchenhafte Elemente und fantastische Splitter weiten den Horizont, und zugleich scheinen sich die Zeiten ineinander zu schieben. Reyer verwebt in ihrem Roman Realität und Imagination, Wach-, Wunsch- und Albträume, sodass das Erzählte auch als Einbildung einer einzigen Figur lesbar wird, ohne dass diese Spannung bis zuletzt aufgelöst wird. „Mutter brennt“ zeichnet sich nicht nur durch eine besondere Musikalität, sondern auch durch eine große Eindringlichkeit des Tons aus. Der Roman ist dabei auch ein Text über Sprechen und Verstummen, über die Selbstvergewisserung durch Sprache und die Einsicht, dass auf sie kein Verlass ist.“
Geboren 1984 in Wien, promovierte Philosophin, arbeitet am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Sie schreibt Prosa, Lyrik und Theatertexte für Erwachsene und Kinder, zuletzt „Zwei Königskinder“ und „Die Freiheit der Fische“. Diverse Preise und Stipendien, 2019 mit „Mutter brennt“ auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises.
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