„Es kommt alles ein bisschen schief daher in Ferdinand Schmalz‘ Debütroman „Mein Lieblingstier heißt Winter“ – die umgangssprachlich anmutenden elliptischen und oft abgerissenen Sätze, ein Tiefkühlkostfahrer namens Schlicht als antriebsloser, schweigsamer Protagonist, der seine Ware in heimischen Kellerfluchten ablädt, die an das abgründig Österreichische in den Filmen Ulrich Seidls erinnern, Wiederholungen, wie man sie von Thomas Bernhard kennt. Schmalz‘ Kunst besteht nun darin, das Schiefe nicht einfach als pervers oder absurd zu denunzieren, sondern einen in sich stimmigen Kosmos herzustellen. „Mein Lieblingstier heißt Winter“ ist alles andere als ein realistischer Roman, alles darin ist künstlich – und darum umso entlarvender, vor allem wenn es darum geht, die Hilflosigkeit des Individuums als Partikel in einem gnadenlos ignoranten gesellschaftlichen Kosmos darzustellen. Dieser Roman ist ein Textgebilde, in dem nicht nur Folklore, Depression und existenzielle Einsamkeit zu einer Austrian Horror Story verklumpen, sondern welches auch kunstvoll Sprachmuster der Literaturgeschichte einwebt: Nestroy, Ödön von Horváth, Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, Werner Schwab oder Wolf Haas finden sich hier in Spurenelementen, die die Lektüre letztendlich auch unterhaltsam machen.“ (S. Fischer Verlag)
