„Alles beginnt ganz harmlos mit einer idyllischen Szene in einem kleinen Bergdorf, welches so weit ab vom Schuss liegt, dass seine Bewohner den ersten Weltkrieg gar nicht mitbekommen haben, geschweige denn sein Ende. Landschaft, bäuerliches Leben, ein Musiklehrer und zwei Schwestern, eine schön, die andere begabt, damit führt Irene Diwiak den Leser erst einmal in die Irre, denn ganz so idyllisch geht die Geschichte nicht weiter. Mit leichter Hand schafft Diwiak eine dichte Atmosphäre, entwirft ihre Figuren, legt ihnen die richtigen Worte in den Mund und schreibt dennoch keinen harmlosen, historischen Roman. Im Gegenteil, Liebwies ist eine bitterböse Abrechnung mit dem Kulturbetrieb und zeigt auf, dass Berühmtsein nicht unbedingt etwas mit Talent zu tun hat. Und dass die Geschichte nicht in der Jetztzeit und die Ruhmesmomente nicht auf Youtube stattfinden, macht die Geschichte umso reizvoller.“
