„Fünf namenlose Menschen und der Versuch eines Abendessens: Teresa Präauers Roman führt in eine klassische Situation, die an die Kammerspiele Yasmina Rezas oder Edward Albees gemahnt – doch wir wären nicht bei der gewitzten Autorin, wenn alles am Schnürchen eskalieren würde. Nein: dieser Abend beginnt immer wieder von vorn, die Lektüre wird zum Wiederholungsgeschehen, das in die Tragik, die Farce, das Surreale läuft. Mit anschlussfähiger Genauigkeit sind die Dialoge gestaltet, mit soziologischer Kundigkeit und feinstem Florett die Szenerien auf das geölte Parkett gestellt. Pierre Bourdieu läuft ebenso mit wie die Playlist „für Jazzliebhaber mit wenig Ahnung und viel Geschmack“. Bis es zur diskreten Entgleisung kommt, landen die Nahrungsbiografien und Designfetische der bürgerlichen Mitte im Topf, die feinen Unterschiede werden dekliniert und der Crémantvorrat ist schier unendlich. Dieser Roman ist nicht nur eine Einladung zum literarischen Pärchenabend, sondern ein Köcheln am offenen Herzen der Bourgeoisie. Heiß und ironisch, vollends gegenwärtig und mit langem Abgang.“
