„In ironischem Tonfall, der das Pathos nicht scheut, und mit großer Empathie erzählt die Autorin von der Sinnkrise nach der Arbeit. Herr Katō ist seit kurzem im Ruhestand und lebt mit seiner Frau in Japan. Seine diffusen Gefühle finden keine Objekte mehr, er entfremdet sich zusehends von Kindern und Ehefrau. Projekte wie die Neuordnung der Plattensammlung, die Pläne, einen Hund zu kaufen oder eine Reise nach Paris zu unternehmen, laufen ins Leere. Auch Herrn Katōs Frau leidet unter den Veränderungen, die mit ihrem Mann passieren, Retired-Husband-Syndrome (RHS) heißt die psychosomatische Erkrankung. Dieses in westlichen Gesellschaften virulente sozialpsychologische Phänomen erfährt bei Milena Michiko Flašar eine überzeugende literarische Darstellung. Herr Katō beginnt als Darsteller für eine Agentur namens „Happy Family“ zu arbeiten; er wird als Stand-In für real abwesende Verwandte gebucht. Das zwischen Situationskomik und existenziellem Ernst changierende Rollenspiel verwirrt die Grenzen zwischen Lebenswirklichkeit, Lüge und Traum.“
1980 in St. Pölten geboren. Ihr Roman Ich nannte ihn Krawatte (Verlag Klaus Wagenbach, 2012) wurde über 100.000 Mal verkauft, als Theaterstück am Maxim Gorki Theater in Berlin uraufgeführt und mehrfach ausgezeichnet. Er stand u. a. 2012 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde in zahlreichen Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Wien.
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