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Wolf Haas

Eigentum

September 2023, 
Carl Hanser Verlag, 
160 Seiten, 
ISBN 978-3-446-27833-2, 
22,70 €

„Nun ist es schon wieder passiert, doch diesmal explodiert die Haas’sche Sprachmagie ganz nah am Biografischen. Wolf Haas rekonstruiert das Leben seiner Mutter, dabei sein eigenes Erleben ihrer letzten Tage im Pflegeheim, sein Erleben der Nicht-Mütterlichkeit und des Grantelns, aber auch die Unermüdlichkeit einer Frau, die ihr Herz so gerne ans Gold hängen würde. Doch Eigentum ist ihr nicht vergönnt, trotz harter Arbeit – erst der Grabplatz gehört einzig und allein ihr. Neben dieser und so vielen anderen Pointen dieses Romans ist es die große Frage, die den Grund bildet. „Kann man vom Leben schreiben?“ heißt der Titel einer Poetikvorlesung, die en passant und neben dem Sterbebett entstehen muss. Die große Antwort kommt in schmalem Format daher, verdichtet auf rund 150 Seiten. Wolf Haas kann es, vom Leben schreiben und vom Tod. Und dies so gelungen, wie derzeit selten zu lesen in der autofiktional engagierten Gegenwartsliteratur. Liebe und Anarchie, wie immer bei diesem Autor durchziehen diese beiden Pole auch seinen neuen Roman, verwickelt in den typischen Ton aus Schmäh, Experiment und Lakonie. Wolf Haas verlässt sich trittsicher auf sein erzählerisches Vermögen und schafft einen Sog, der immer wieder kurz stockt, wenn die Abwesenheit auftritt. Nicht zuletzt ist dieser Roman ein so noch nicht gelesenes Buch der Trauer, ein Roman kurz vor dem Moment des Mutterseelenalleinseins.“

Wolf Haas
Wolf Haas © Rainer Iglar

Er wurde 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geboren. Für sein Werk erhielt er u. a. den Bremer Literaturpreis, den Wilhelm-Raabe-Preis und den Jonathan-Swift-Preis. Er veröffentlichte mehrere Romane sowie neun Brenner-Krimis, zuletzt „Müll“ (2022). Bei Hanser erschien zuletzt der Roman „Eigentum“ (2023), der mit dem Erich Kästner Preis 2024 ausgezeichnet wurde. Wolf Haas lebt in Wien.