Buchpreis 2025 Buchcover Prinz Die letzten Tage Cover
Martin Prinz

Die letzten Tage

Februar 2025, 
jung und jung, 
272 Seiten, 
24,00 €

Als die Alliierten schon weite Teile Österreichs besetzt hatten, verbreiteten die örtliche nationalsozialistische Kreisleitung und SA und HJ in der niederösterreichischen Rax-Schneeberg-Gegend im April 1945 Angst und Schrecken, erließen ohne gerichtlichen Auftrag standgerichtliche Todesurteile an Zivilpersonen und an teils minderjährigen Fahnenflüchtigen und vollstreckten diese unter öffentlicher Zurschaustellung der Leichname. 1948 werden die Hauptverantwortlichen vor Gericht zur Rechenschaft gezogen.

Martin Prinz verbindet die Fakten, die aus jenen Prozessakten erhalten sind, mit eigener Vorstellungskraft zu einem verstörend eindringlichen literarischen Ganzen, in dem er die Ermordeten, denen auch die gerichtlichen Prozesse nach dem Krieg keine Stimme verleihen konnten, anspricht und damit als Personen fassbar macht, und indem er die Brutalität der Täter und die Angst der Opfer aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. „Die letzten Tage“ ist ein Buch, das auf beklemmende Weise die Gewalt und gesteigerte Bereitschaft zu Gräueltaten vor Augen führt, die sich in autoritären Systemen noch angesichts ihres unweigerlichen Untergangs Bahn brechen. Ein Buch, das die Ausflüchte und Ausreden für Verbrechen und Kollaboration nach dem Krieg offenlegt und das Schweigen über das Geschehene, das sich bald nach den Gerichtsprozessen entwickelte, aufbricht.

Kategorien: Österreichischer Buchpreis, Longlist Buchpreis, Shortlist Buchpreis
Martin Prinz
Martin Prinz © Lukas Beck

Geboren 1973, aufgewachsen in Lilienfeld (Niederösterreich), lebt als Schriftsteller in Wien. Er schreibt Reisegeschichten, Drehbücher und Romane, u.a. „Der Räuber“ (2002), „Die letzte Prinzessin“ (2016). Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Drehbuch-Preis des Filmfestivals in Gijon, Outstanding Artist Award der Republik Österreich.