„Königin der Berge“ ist der poetische Titel von Daniel Wissers Roman, doch für Herrn Turin ist das nur der Codename für seine Krankheit: Multiple Sklerose. Er ist im Pflegeheim, seit Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen und sehnt sich nach Sterbehilfe. Doch so einfach ist es nicht, das Leben hat immer noch etwas zu bieten. Robert Turin ist reflektiert und zynisch, erfindet originelle Gedankenspiele, fantasiert Dialoge mit seinem toten Kater und konsumiert reichlich Alkohol. Zugleich scheint er ein ziemliches Ekel zu sein. Daniel Wisser lässt seine Figur reden und leuchtet dabei ihre Abgründe aus, auch mit formalen Kniffen. Wirken gestrichene und geschwärzte Wörter wie Selbstzensur, erhalten Turins Kopfwelten und auch die Menschen in seinem Umfeld etwas Flirrendes, wenn zweispaltig gesetzte Passagen Gesagtes und Gedachtes parallel führen. Auch dadurch ist das Buch bei aller Tragik des Themas eine überaus anregende und keineswegs düstere Lektüre.“
geboren 1971 in Klagenfurt, lebt in Wien. Er ist Schriftsteller, literarischer Performer und Musiker (Erstes Wiener Heimorgelorchester, zuletzt: Die Letten werden die Esten sein). Seit 2003 hat er u. a. die Romane Standby (Klever Verlag, 2011) und Ein weißer Elefant (Klever Verlag, 2013) veröffentlicht. Zuletzt erschienen: Löwen in der Einöde (Jung und Jung, 2017).
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