„Auf die Idee, einen Ort wie Brüssel literarisch fruchtbar zu machen, muss man erst einmal kommen: Eine kalte Bürokratenhochburg. Gutes Essen, vielleicht. Insgesamt aber sehr viel Konstruiertes und wenig Gewachsenes. Robert Menasse hat sich die Dinge vor Ort angesehen. Er hat eine Zeit lang in der Stadt gelebt, mit Beamtinnen und Beamten gesprochen, hinter den Kulissen recherchiert, die Atmosphäre der Stadt eingesogen. Daraus ist ein Roman jenseits der verbreiteten Klischees geworden, der in sich die Forderung nach einem supra-nationalen Europa trägt. Dennoch ist Die Hauptstadt kein politisches Pamphlet. Mit Musil’scher Akribie bohrt sich der Autor in seine Figuren und entwirft aus ihnen heraus eine fiktionale Welt, in der man über die teilweise recht irren Projekte der Beteiligten auch schon einmal herzhaft lachen kann. Das Buch ist unterhaltsam und belehrend zugleich, ein entspanntes und gleichermaßen raffiniertes Statement zur unmittelbaren Gegenwart Europas und dabei mit allen literarischen Wassern gewaschen.“
1954 in Wien geboren und aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Anschließend lehrte er sechs Jahre an der Universität São Paulo. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien. Sein Werk wurde u. a.mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik und dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet.
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