Nach 80 Jahren Leseförderung

Buchklub der Jugend ist insolvent

Der Österreichische Buchklub der Jugend, der sich jahrzehntelang der Leseförderung in Österreich verschrieben hat, ist insolvent. Das meldet der Kreditschutzverband KSV1870. Noch am Welttag des Buches im April hatte der Verein mit einer Aktion selbst auf seine prekäre finanzielle Situation aufmerksam gemacht.

Der Österreichische Buchklub der Jugend blickt auf eine fast 80-jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde er 1948 auf Initiative des Deutschlehrers und späteren langjährigen Buchklub-Generalsekretärs Richard Bamberger mit Unterstützung aus der Politik. Ziel war es, die Versäumnisse gegenüber der Jugend nach dem Krieg wiedergutzumachen, mit Hilfe von Büchern eine positive Weltanschauung zu vermitteln und Kinder zu Friedensliebe und Demokratie zu erziehen.

Fast 80 Jahre lang entwickelte der Verein Leseförderangebote für Schulen und unterstützte Pädagog mit didaktischen Materialien und Projekten.

Nach eigenen Angaben erreichte der Buchklub jährlich rund 400.000 Kinder und brachte Literatur in die Klassenzimmer. „Er bietet Orientierung in einem unübersichtlichen Kinder- und Jugendbuchmarkt von rund 7.500 Neuerscheinungen pro Jahr und wählt gezielt jene Titel aus, die sich besonders für den Unterricht eignen“, heißt es in der Tätigkeitsbeschreibung des Vereins. Niederschwellige Angebote zur Leseförderung würden insbesondere für jene Kinder fehlen, die erst einen Zugang zum Lesen finden.

Die Insolvenz

Am 19. August 2026 wurde am Handelsgericht Wien das Konkursverfahren über den im Bezirk Favoriten ansässigen Verein eröffnet. Betroffen sind laut KSV 23 Gläubiger und elf Dienstnehmer. Die Passiva belaufen sich auf rund 186.000 Euro.

Als Gründe für die Insolvenz nennt der Buchklub selbst einen Rückgang der Mitglieder- und Abonnentenzahlen sowie sinkende Förderungen.

Noch am 23. April hatte der Verein gemeinsam mit der IG Autorinnen Autoren und dem Österreichischen Schriftsteller/innen-Verband anlässlich des Welttags des Buches zur Kunstaktion „Laut für das Lesen“ am Ballhausplatz aufgerufen, um auf die prekäre finanzielle Situation aufmerksam zu machen.

Die Berichts- und Prüfungstagsatzung ist für den 19. Oktober angesetzt. Informationen über eine geplante Sanierung liegen dem KSV1870 derzeit nicht vor.

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(c) PublicDomainPictures/pixabay
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