Wien bekommt eine neue Buchhandlung: Am 18. September öffnet „SVEVO“ seine Türen – in der Wollzeile im ersten Bezirk – am Standort eines ehemaligen Damen-Strickmoden-Geschäfts. Die Lage könnte prominenter kaum sein: umgeben von anderen Buchhandlungen, gegenüber von Morawa. Die Konkurrenz scheuen Sibylle und Kurt Hamtil dabei nicht, im Gegenteil: Gerade in dieser Umgebung wollen sie mit einem bewusst kuratierten Literatursortiment einen eigenen Akzent setzen – „ein Feinkostladen“ für Literatur, so beschreiben sie ihr Konzept.

Sein Handwerk hat Kurt Hamtil bei Morawa gelernt, wo er acht Jahre lang als Buchhändler arbeitete. Es folgten Stationen im Verlagswesen, unter anderem beim ÖGB-Verlag, sowie Tätigkeiten im Buchmarketing und eine eigene Kunstbuchhandlung. Gemeinsam mit Sibylle Hamtil gründete er zudem den Metroverlag. Heute betreibt er mit „Hamtil & Söhne“ mehrere Design- und Geschenkartikelgeschäfte in Wien. Mit SVEVO kehrt er nun wieder stärker in jene Branche zurück, die einen Großteil seines Berufslebens geprägt hat.
Die Entscheidung für die Buchhandlung fiel erstaunlich schnell: Als das Geschäftslokal in der Wollzeile 8, gegenüber von Hamtil & Söhne, frei wurde, war rasch klar, dass sich die Gelegenheit nicht wiederholen würde. „Wir müssen es jetzt einfach machen“, erzählt Hamtil. Geleitet wird das neue Geschäft von Buchhändler Kilian Feurstein, der zuvor bei Leporello am Stephansplatz tätig war.
Von anderen Buchhandlungen will sich SVEVO vor allem durch Atmosphäre und Sortiment unterscheiden. Der Anspruch ist ausdrücklich nicht, möglichst viel abzudecken: New Adult, klassische Bestsellerware oder „kurzfristige Buchhypes“ suche man hier vergeblich. Hamtil formuliert den Anspruch bewusst hoch: „Wir wollen einfach die Besten im Bereich Literatur sein.“ Das Sortiment soll vor allem aus sorgfältig ausgewählten Novitäten und einem starken Bestand an Klassikern bestehen, Non-Book-Artikel spielen kaum eine Rolle. Bei SVEVO soll es stattdessen „so pur wie möglich“ zugehen.
Auch räumlich setzt die Buchhandlung auf Eigenständigkeit statt Kettenlogik: Die Einrichtung verbindet die bereits bestehenden Holzelemente der 70er-Jahre mit eigens entworfenen Tischen und einzelnen Fundstücken.
Leitprinzip soll dabei stets Qualität statt Quantität sein: „Es wird immer eine Minderheit an Menschen geben, die anspruchsvolle Literatur wollen.“ Den „Moden des Buchmarkts“ will er nicht hinterherlaufen. „Wir versuchen es anders“, bringt Hamtil das Konzept auf den Punkt – der Zukunft des Buchhandels blickt er jedenfalls zuversichtlich entgegen: „Ich sehe alles positiv.“
Die Eröffnung der Buchhandlung SVEVO (Wollzeile 8, 1010 Wien) findet am 18. September statt.
