Das war Leipzig 2025

Besucherrekord auf der Leipziger Buchmesse

Besonders am Samstag, dem traditionell besucherstärksten Tag, kam es zu einem regelrechten Besucheransturm. Lange Schlangen bildeten sich bereits am Morgen, und aufgrund des großen Andrangs musste der Ticketverkauf zeitweise gestoppt werden. Auch an den Vortagen war der Andrang groß, mit Wartezeiten bereits in den Vormittagsstunden.

Neben den Messehallen lockte auch das Lesefest „Leipzig liest“ wieder zahlreiche Literaturbegeisterte an. Mit 3.000 Mitwirkenden und über 2.800 Veranstaltungen an 330 Leseorten verwandelte sich die gesamte Stadt in eine Bühne für Literatur.

„Es ist großartig zu sehen, wie viel Euphorie das Buch entfacht und wie es Menschen zusammenbringt. Als Ort der Begegnungen, Gespräche und Entdeckungen nimmt die Leipziger Buchmesse eine zentrale Rolle in Deutschland ein – beispielsweise zu Themen wie Künstlicher Intelligenz und Audio, denen wir mit neuen Formaten einen besonderen Raum gegeben haben. Das große Interesse an der Buchmesse zeigt, wie wichtig das analoge Erlebnis nach wie vor ist“, so Astrid Böhmisch, Direktorin der Leipziger Buchmesse.

Für eine besonders bunte und lebendige Atmosphäre sorgten auch die vielen Cosplayer:innen, die mit ihren aufwendigen und kreativen Kostümen für ausgelassene Stimmung sorgten.

Cosplayer:innen mischten sich unter das Messepublikum (c) Leipziger Messe GmbH / Niclas Schmidt

 

„Sie fühlten sich vom Publikum umarmt“ – Norwegens Traum im Frühling

Für die zahlreichen Fans der norwegischen Literatur erfüllte sich in der Tat ein Traum − konnten sie doch fast 50 Autor:innen in Leipzig treffen, die Neuerscheinungen kennenlernen, sich Bücher signieren lassen und bei den rund 75 Veranstaltungen die Vielfalt der norwegischen Literatur kennenlernen. Sowohl am Gastlandstand als auch bei den Veranstaltungen in der Schaubühne zog Norwegen über die gesamte Dauer der Buchmesse hinweg zahlreiche Besucher:innen an. Der Gastlandauftritt wurde organisiert von NORLA (Norwegian Literature Abroad).

Margit Walsø, Geschäftsführerin, NORLA: „Die Rückmeldungen und der Enthusiasmus des Publikums, der deutschen Medien und Verlage ist überwältigend. Wir sind sehr glücklich. Wir wussten, dass die Leipziger Buchmesse vor allem eine Messe für die Leser:innen ist, und als wir das Programm mit den Autor:innen planten, hofften wir, dass das Publikum es mögen würde, aber unsere Erwartungen wurden übertroffen. Auch die norwegischen Autor:innen melden uns zurück, dass es eine fantastische Erfahrung für sie war. Sie schätzen sehr, dass die Buchmesse so viele Begegnungen mit den Leser:innen ermöglicht hat. Sie fühlten sich vom Publikum umarmt, was sie wiederum sehr inspiriert.“

Messestand des Gastlandes Norwegen (c) Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Politische Reden und norwegische Klänge – Die Eröffnung

Bevor die Messe sich am Donnerstag auch für das Publikum öffnete fand am Mittwochabend eine feierliche Zeremonie im Leipziger Gewandhaus statt: An den belarussischen Schriftsteller Alhierd Bacharevič wurde der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen.

Alhierd Bacharevič erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung – übergeben durch Barbara Klepsch, Staatsministerin für Kultur und Tourismus des Freistaates Sachsen (c) Leipziger Messe GmbH / Jens Schlüter

Sein in Belarus verbotenes Buch Europas Hunde (Voland & Quist) brachte ihm den mit 20.000 Euro dotierten Preis sowie stehende Ovationen am Eröffnungsabend ein. In einer bewegenden Dankesrede plädierte er für die Meinungsfreiheit und gegen politische Unterdrückung und Zensur. Der Abend war geprägt von politischen Reden, auch von Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung, die die Bedeutung der Literatur für den gesellschaftlichen Diskurs betonten. Zudem stand das Gastland Norwegen im Mittelpunkt, musikalisch untermalt vom Gewandhausorchester mit Werken von Grieg und Svendsen.

Die ganze Stadt eine Bühne

Ob im Zoo, im ehemaligen Kinosaal der Stasi, in Erikas Eisdiele oder an Bord des Ausflugsdampfers MS Cospuden: Während Europas größtem Lesefest „Leipzig liest“ findet Literatur überall in Leipzig ihren Platz. Dafür sorgten 3.000 Mitwirkende an mehr als 330 Leseorten. Sie brachten Leser:innen und Schriftsteller:innen bei den rund 2.800 Lesungen, Gesprächsrunden und Veranstaltungen in der Stadt und auf dem Messegelände einander näher.

Preis der Leipziger Buchmesse 2025 Kristine Bilkau, Irina Rastorgueva, Thomas Weiler ausgezeichnet

Insgesamt wurden 506 Titel von 166 Verlagen für den 21. Preis der Leipziger Buchmesse eingereicht. Ausgezeichnet wurden am ersten Messetag Kristine Bilkau für Halbinsel (Luchterhand), Irina Rastorgueva für Pop-up-Propaganda. Epikrise der russischen Selbstvergiftung (Matthes & Seitz Berlin) sowie Thomas Weiler für seine Übersetzung aus dem Belarussischen von Feuerdörfer. Wehrmachtsverbrechen in Belarus – Zeitzeugen berichten der Autor:innen Ales Adamowitsch, Janka Bryl, Uladsimir Kalesnik (Aufbau).

Preis der Leipziger Buchmesse 2025: Die Preisträger:innen (v.l.n.r.): Irina Rastorgueva, Thomas Weiler, Kristine Bilkau (c) Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze

Weitere Informationen zu den Preisträger:innen finden Sie hier.

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(c) Leipziger Messe GmbH / Tom Schulze