Berman Literature Prize an Hélène Cixous

In der Jurybegründung heißt es, „Hélène Cixous erhält den Berman Literature Prize für ihren Roman Osnabrück Hauptbahnhof nach Jerusalem, in dem sie poetische Memoiren verfasst hat, die anhand der Zeugnisse von vier Generationen die Leere nach den Vertriebenen erforschen, das Abwesende kartografieren und den zum Schweigen gebrachten, eine Stimme verleihen”.

Hélène Cixous

Cixous gilt als eine der einflussreichsten Autorinnen und Philosophinnen der Gegenwart. Sie hat mehr als fünfzig literarische Werke veröffentlicht, die weltweit erschienen sind. Hélène Cixous wurde in Oran, Algerien 1937 in einer jüdischen Familie mit Wurzeln in Marokko und Deutschland geboren. Sie debütierte 1969 mit dem biografischen Roman Dedans, der ihr den Durchbruch bescherte. Sie ist eine zentrale Figur des poststrukturalistischen Feminismus und seit über vierzig Jahren als Hausdramaturgin bei der französischen Avantgardegruppe Théâtre du Soleil tätig.

Im Herbst erscheint ihr neues Buch „Algeriance“ im Passagen Verlag.

Berman Literature Prize

Der Berman Literature Prize wurde 2020 ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden Autor:innen, die im Geist der jüdischen Tradition schreiben, sich mit der Vielfalt und Tiefe jüdischer Kultur auseinandersetzen und zugleich – wie es in den Statuten des Preises heißt – versuchen, „Zeiten und Kulturen zu überschreiten“

Die Dotierung des Preises ist dieses Jahr von 750.000 auf 1.000.000 Schwedische Kronen erhöht worden, das entspricht ca. 92.000 Euro.

Frühere Preisträger:innen sind David Grossman (2021), Péter Nádas (2022), Maria Stepanova (2023) und Eduardo Halfon (2024). Die Preisverleihung findet am 20. Oktober in Stockholm statt.

Hélène Cixous
Hélène Cixous (c) Lea Crespi