1. Verwenden Sie die richtigen PDF-Strukturelemente (Tagging).
Tagging bedeutet, dass bestimmte Elemente eines PDFs mit sogenannten „Tags“ (Kennzeichnungen) versehen werden. Tags helfen dabei, den Text, Bilder und andere Inhalte zu kategorisieren und ihre Reihenfolge sowie Beziehung zueinander festzulegen.
Tagging ist entscheidend für die Barrierefreiheit, da es Screenreadern* ermöglicht, den Inhalt des PDFs korrekt zu interpretieren. Ohne Tagging wird der Text als einfacher Fließtext ohne Hierarchie erkannt, was für Menschen mit Beeinträchtigungen problematisch sein kann.
- Verwenden Sie Überschriften, Absätze, Listen, Tabellen und Links mit den entsprechenden Tags, damit die Struktur des Dokuments erhalten bleibt.
- Strukturieren Sie das Dokument sinnvoll, indem Sie Überschriftenhierarchien einhalten (z. B. H1 für Hauptüberschrift, H2 für Unterüberschriften).
Wichtig: Achten Sie darauf, dass auch die richtige Sprache für das PDF-Dokument festgelegt ist.
*Ein Screenreader ist eine assistive Technologie, die es Menschen mit Sehbehinderungen oder Blindheit ermöglicht, digitale Inhalte zu „lesen“. Er funktioniert, indem er den Text auf dem Bildschirm in gesprochene Sprache umwandelt oder Braille-Zeichen ausgibt, je nach den individuellen Bedürfnissen der Nutzer:innen.
2. Fügen Sie Alternativtexte für Bilder, Grafiken und Diagramme hinzu
Alternativtexte ermöglichen es Menschen, die auf Screenreader angewiesen sind, die Informationen zu verstehen, die in visuellen Elementen wie Bildern und Grafiken vermittelt werden. Wenn Bilder keine Alternativtexte haben, verlieren Nutzer mit Sehbehinderung wichtige Informationen.
- Beschreiben Sie jedes Bild oder Diagramm prägnant und aussagekräftig. Der Alternativtext sollte den Inhalt des Bildes oder seine Funktion im Dokument erklären. Wenn das Bild nur dekorativ ist, fügen Sie einen leeren Alternativtext hinzu, damit der Screenreader es überspringt.
3. Verwenden Sie eine klare und gut lesbare Schriftart
Eine gut lesbare Schriftart trägt zur Barrierefreiheit bei, da sie für Menschen mit Sehbehinderungen leichter zu entziffern ist. Wählen Sie Schriftarten, die einfach und nicht verschnörkelt sind, um die Lesbarkeit zu maximieren.
- Verwenden Sie serifenlose Schriftarten wie Arial oder Helvetica, da sie klarer und leichter lesbar sind als serifenbetonte Schriftarten.
- Achten Sie auf ausreichenden Kontrast zwischen Text und Hintergrund. Ein hoher Kontrast (z. B. schwarzer Text auf weißem Hintergrund) verbessert die Lesbarkeit erheblich.
- Vermeiden Sie zu kleine Schriftgrößen. Eine Mindestschriftgröße von 12pt wird allgemein empfohlen.
- Vermeiden Sie die Verwendung von reinem Rot oder Blau für den Text, da diese Farben von Menschen mit Farbsehschwächen möglicherweise schwer zu erkennen sind.
4. Erstellen Sie eine durchgängige Navigationsstruktur
Eine klare und konsistente Navigation erleichtert es Nutzern, die sich auf Screenreader oder Tastatursteuerung verlassen, sich im PDF zurechtzufinden.
- Achten Sie darauf, dass in Ihrem PDF interaktive Elemente wie Lesezeichen, Links und Tabellen korrekt eingerichtet sind.
- Fügen Sie Hyperlinks mit sprechenden Texten (statt „Klicken Sie hier“) hinzu, damit der Zweck des Links verständlich ist, auch ohne den Kontext zu kennen.
- Stellen Sie sicher, dass alle interaktiven Formulare, Schaltflächen oder Eingabefelder für Tastaturnutzer:innen zugänglich sind und durch den Screenreader erkannt werden.
5. Überprüfen und testen Sie die Barrierefreiheit
Um sicherzustellen, dass Ihr PDF tatsächlich barrierefrei ist, sollten Sie es nach dem Erstellen überprüfen und testen. Dies hilft, Probleme zu identifizieren, die von den Nutzer:innen möglicherweise nicht sofort bemerkt werden.
- Mit Tools, wie dem kostenlosen PAC (PDF Accessibility Checker) können PDFs auf ihre Barrierefreiheit überprüft werden. Der internationale Standard für barrierefreie PDF-Dokumente ist PDF/UA.
- Testen Sie Ihr PDF mit einem Screenreader (z. B. JAWS, NVDA) und überprüfen Sie, ob der Text in der richtigen Reihenfolge und klar strukturiert vorgelesen wird.
- Lassen Sie Ihr PDF von echten Nutzer:innen testen, wenn möglich, um sicherzustellen, dass es allen Anforderungen gerecht wird.
Weiterführende Links zum Thema Barrierefreiheit
Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Informationen zur Barrierefreiheit
Wirtschaftskammer Österreich: Umsetzungstipps für Unternehmen
Europäische Kommission: Informationen zum European Accessibility Act
Leitfaden für barrierefreie PDF-Dokumente vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels
FAQs des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels zum Barrierefreiheitsgesetz
