Umfrage zum Leseverhalten

64 Prozent der Österreicher:innen lesen regelmäßig

Der Buchmarkt zeigt im Jahr 2025 insgesamt eine verhaltene Entwicklung: Während der Umsatz laut Media Control am Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,1 Prozent weitgehend stabil bleibt, ist beim Absatz ein Rückgang zu verzeichnen. Insgesamt wurden 2,3 Prozent weniger Bücher verkauft, im stationären Buchhandel sogar 3,9 Prozent weniger.

Unabhängig von dieser Marktentwicklung nimmt Lesen für einen großen Teil der Bevölkerung weiterhin einen festen Platz im Alltag ein. Für die Erhebung von Triple M wurden rund 800 Online-Interviews mit Personen im Alter von 16 bis 75 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse liefern Einblicke in Lesehäufigkeit, bevorzugte Leseorte sowie die Nutzung von E-Readern und Hörbüchern.

Ein Drittel der Männer liest selten oder nie

Die Umfrage zeigt: 64 Prozent der Befragten lesen regelmäßig. 22 Prozent greifen täglich oder mehrmals täglich zum Buch, 25 Prozent mehrmals pro Woche, weitere 17 Prozent etwa einmal pro Woche.

Dazu Triple M-Inhaberin Christina Matzka: „Lesen ist und bleibt ein prägendes Element unserer Kultur. So sehr auch audiovisuelle Medien allgegenwärtig sind, das ‚Kino im Kopf‘ kann durch nichts ersetzt werden.“

„Lesemuffel“ finden sich dabei deutlich häufiger unter Männern: 34 Prozent gaben an, selten oder nie zu lesen, bei den Frauen sind es 17 Prozent. Auch das Alter spielt eine Rolle: Vielleser:innen finden sich vor allem unter den über 50-Jährigen – jede:r Vierte dieser Altersgruppe liest täglich oder mehrmals täglich. Bei den 30- bis 50-Jährigen liegt dieser Anteil bei 21 Prozent, bei den unter 30-Jährigen bei 18 Prozent. Große Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigen sich bei der Lesehäufigkeit hingegen kaum.

Lesen als Freizeitbeschäftigung und Tagesausklang beliebt

Lesen findet laut Umfrage häufig zu Hause statt: Fast drei Viertel (72 Prozent) der zumindest gelegentlichen Leser:innen lesen im privaten Umfeld als Freizeitbeschäftigung. Öffentliche oder halböffentliche Orte spielen eine im Vergleich geringere Rolle – 28 Prozent lesen etwa in Parks oder Cafés.

Für viele ist Lesen auch ein fester Bestandteil des Tagesausklangs: 49 Prozent greifen gerne vor dem Schlafengehen zum Buch, Frauen häufiger als Männer. Ebenso beliebt ist das Lesen unterwegs, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder während Wartezeiten (45 Prozent).

Mit zunehmendem Alter gewinnt das Lesen zu Hause weiter an Bedeutung: In der ältesten Altersgruppe nennen 78 Prozent das eigene Zuhause als bevorzugten Leseort. Regionale Unterschiede zeigen sich vor allem in Wien, wo überdurchschnittlich viele gerne unterwegs lesen – ein Befund, der sich mit der intensiveren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erklären lässt.

Welche Genres bei den Österreicher:innen besonders gefragt sind, zeigen die Zahlen von Media Control: Mit einem Anteil von 36 Prozent an der Absatzmenge am Gesamtmarkt nimmt die Belletristik die Spitzenposition ein. Innerhalb dieses Segments waren 2025 vor allem Romane gefragt, die 38 Prozent des Belletristik-Absatzes ausmachten, gefolgt von Spannungsliteratur (22 Prozent), Humor und Satire (13 Prozent) sowie New Adult (7 Prozent). An zweiter Stelle der meistverkauften Warengruppen liegt die Kinder- und Jugendliteratur mit einem Anteil von 29 Prozent, gefolgt von Ratgebern (16 Prozent).

Haptik des gedruckten Buches bleibt entscheidend

Trotz der wachsenden Verbreitung digitaler Formate bleibt das gedruckte Buch das beliebteste Medium. Rund ein Drittel der Befragten (35 Prozent) besitzt einen E-Reader, 65 Prozent nutzen keinen. Besonders verbreitet sind E-Reader bei den 30- bis 50-Jährigen (42 Prozent), bei den unter 30-Jährigen liegt der Anteil bei 35 Prozent, bei den über 50-Jährigen bei 30 Prozent.

Für mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) zählt das Gefühl, ein echtes Buch in der Hand zu halten, zu den drei wichtigsten Vorteilen gedruckter Bücher. Für Frauen ist dieser Aspekt wichtiger als für Männer (57 Prozent gegenüber 49 Prozent). Weitere Gründe sind Nostalgie und gewohnte Lesepraktiken (39 Prozent), eine geringere Augenbelastung (37 Prozent) sowie die Unabhängigkeit von Technik (35 Prozent).

E-Reader punkten hingegen vor allem mit Praktikabilität und Mobilität: 68 Prozent schätzen die Möglichkeit, viele Bücher auf einem Gerät zu speichern, 60 Prozent die Handlichkeit beim Lesen unterwegs. Als weitere Vorteile werden der sofortige Zugriff auf neue Titel (41 Prozent) sowie günstigere oder kostenlose E-Books (39 Prozent) genannt. Der Anteil von E-Books am Gesamtabsatz lag laut Media Control im Jahr 2025 bei 5,7 Prozent.

Hörbücher vor allem bei Jüngeren beliebt

Hörbücher sind bislang für eine Minderheit fixer Bestandteil der Mediennutzung: 7 Prozent hören regelmäßig, weitere 14 Prozent gelegentlich. Die Mehrheit von 62 Prozent nutzt Hörbücher (fast) nie.

Deutliche Unterschiede zeigen sich nach Altersgruppen: Unter den unter 30-Jährigen hören 26 Prozent gelegentlich oder regelmäßig Hörbücher, bei den 30- bis 50-Jährigen sind es 25 Prozent. In der Altersgruppe 50 plus geben hingegen fast drei Viertel (72 Prozent) an, Hörbücher kaum oder nie zu nutzen.

Quellen

Triple M Matzka Markt- und Meinungsforschung, 792 Online-Interviews, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 bis 75 Jahren, Befragungszeitraum 13.–19.11.2025. https://triple-m-mafo.at/.

Die Verkaufszahlen wurden im Auftrag des HVB von Media Control erhoben, erfassen knapp 90 Prozent des Absatzes via Scannerkassen und beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.1.2025 bis inklusive den 31.12.2025. Berücksichtigt werden stationärer Buchhandel, Buchhandelsketten, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte.

a book 5190690 1280
(c) Vinzent Weinbeer/pixabay
Werbung
Logo SBÖ sm